Notdienst termine

Pflege kann Eigenheim kosten

Vortrag beim Informationsabend der Raiffeisenbank Pressath

Vortrag unseres Geschäftsführers Hans-Jürgen Kurz beim Informationsabends der Raiffeisenbank Pressath

Frühzeitig privat Vorsorge treffen für Bedürftigkeit bei Krankheit oder Alter

Pressath. (is) Weit über zwei Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Und die Tendenz ist steigend. Wegen Krankheit oder Alters müssen sie zu Hause oder in einem Pflegeheim betreut werden. Doch dafür reichen die finanziellen Mittel oft nicht aus. Was tun? Mit dieser Frage beschäftigen sich zahlreiche Besucher eines Informationsabends der Raiffeisenbank Pressath.

Geschäftsstellenleiterin Barbara Neumann zeigte sich äußerst erfreut über das große Interesse der fast 80 Zuhörer. Sie wies darauf hin, dass die Bank Anreize bieten wolle, sich über dieses komplexe Thema zu informieren. „Mit dem Alter steigt das Risiko“, betonte sie. Vor allem werde immer wieder die Frage gestellt, ob man im Pflegefall für die Eltern bezahlen müsse.

Eigenleistungen nötig

Zunächst berichtete Hans Jürgen Kurz vom Sanitätshaus Schug in Eschenbach über die Arbeit der Pflegekräfte in der Praxis. „Es werden sicherlich finanzielle Eigenleistungen notwendig sein“, betonte er. Anhand verschiedener Objekte erläuterte er die Kosten und die zu erwartenden Ersatzleistungen der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse.

Toni Krahmer von der Süddeutschen Krankenversicherung stellte klar, dass die immer höher werdende Lebenserwartung der Menschen sich auf die Kosten der gesetzlichen Pflegeversicherung auswirke. Anhand eines Schaubildes ging er auf die Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland ein. „Wir werden immer älter, wobei die Zahl der Beitragszahler immer  mehr abnimmt“, legte er dar.

Bereits vor Jahren habe der Gesetzgeber darauf reagiert und eine Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung vorgenommen. Das erwies sich aber nur kurzfristig als Lösung, und das Defizit ist ständig angewachsen. Auf die verschiedenen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung eingehend, informierte Krahmer über die gestaffelte Kostenbeteiligung durch die Versicherung.

Die Höhe der Unterstützung sei abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit, meinte er mit dem Hinweis auf die drei Pflegestufen. Bei Pflegestufe I seien dies zum Beispiel 440 Euro im Monat. Bei der Betreuung durch Familienangehörige werden in der Stufe I 225 Euro erstattet, bei stationärer Pflege im Heim 1023 Euro. Für die Differenz zu den wirklichen Kosten des Heimes müsse der Pflegebedürftige selbst aufkommen. Dafür stehe er mit seinem gesamten Einkommen und dem gesamten Vermögen ein. Verfügbares Vermögen werde zuerst aufgebraucht, unter Umständen müsse sogar das Eigenheim des Pflegebedürftigen veräußert werden.

Sei dann das alles aufgebraucht, werden auch Nachkommen in die Pflicht genommen. Dabei werde nicht nur deren Einkommen berücksichtigt, sondern auch deren vorhandenes Vermögen. „Wer viel verdient und viel Besitz hat, kann zur Kasse gebeten werden“, meinte Krahmer. Eine finanzielle Hilfe könne durch eine private Pflegeversicherung erzielt werden.

Angebote genau prüfen

Der Referent bat die Zuhörer, im eigenen Interesse die Initiative frühzeitig zu ergreifen, um sich für das Alter abzusichern. „Wer jung einsteigt in die private Vorsorge kann Prämien sparen“, meinte er. Krahmer warnte eindringlich vor zu viel Sorglosigkeit bei der Pflegeversicherung. Er riet, die verschiedenen Angebote der Versicherungen genau zu prüfen und nach reiflicher Überlegung und nach dem Lesen des Kleingedruckten eine Entscheidung zu treffen.

Abschließend stellte sich Krahmer den zahlreichen Fragen der Besucher. Die lebhafte Diskussion zeigte, dass das Interesse an der aufgezeigten Problematik sehr groß war.

Geschäftsstellenleiterin Barbara Neumann dankte den beiden Referenten mit einem „gesunden“ Geschenk. Die Besucher lud sie noch zu einem Umtrunk ein.

Quelle: Der Neue Tag

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